To Hlhe 

Anfang April 1945, als die amerikanischen Truppen unaufhaltsam näher rückten, begannen die Vorbereitungen zur Evakuierung des Hessentaler Lagers. Am 3. April wurden zwölf gedeckte Güterwaggons ins Lager geschoben. Tags zuvor waren ungefähr 200 weitere Häftlinge im Lager eingetroffen. Sie stammten aus dem Lager Kochendorf und waren krank und völlig erschöpft von Hütten, wo ein etwa 1500 Mann starker Häftlingstreck biwakiert hatte, nach Hessental gebracht worden. An den folgenden beiden Tagen war keine Lokomotive verfügbar, so dass die Häftlinge nicht verladen werden konnten.

Am frühen Morgen des 5. April traf mit SS-Untersturmführer Heinrich Wicker der für die Evakuierung verantwortliche Kommandoführer in Hessental ein. Er befahl, die Häftlinge sofort zu verladen. Da immer noch keine Lokomotive greifbar war, wurden die Waggons mit den Häftlingen an den regulären Personenzug 2065 nach Crailsheim angehängt. Mit 40 Minuten Verspätung verließ der Zug um 7.50 Uhr den Hessentaler Bahnhof. Es ist dies der Beginn des Evakuierungsmarsches der Hessentaler Häftlinge, der unter dem Begriff "Hessentaler Todesmarsch" in die historische Literatur eingegangen ist. Sein Ziel war das Außenlager Allach des KZ’s Dachau.

Nach nur wenigen Kilometern Fahrt geriet der Zug bei Sulzdorf in einen Angriff amerikanischer Jagdbomber. Die Lokomotive wurde schwer beschädigt, so dass eine Weiterfahrt unmöglich wurde. Die Häftlinge wurden in zwei großen Marschkolonnen von ungefähr 500 bzw. 200 Männern zusammengefasst und zu Fuß weitergetrieben. Zurück blieben die ersten 17 Toten der Evakuierungsaktion. Sie waren bei dem Angriff sowie bei Fluchtversuchen ums Leben gekommen. Andere wurden, weil sie vollkommen marschunfähig waren, von den Begleitmannschaften erschossen.

In den folgenden Tagen schleppte sich der Zug der völlig ausgemergelten Häftlinge in Richtung Osten. Die Marschroute führte über Bühlertann, Rosenberg, Ellwangen, Röhlingen, Zöbingen und Wallerstein bis nach Nördlingen, wo die Überlebenden wieder in einen Zug verladen wurden (andere Aussagen sprechen von Augsburg als dem Ort der Verladung). Entlang dieser Strecke spielten sich schreckliche Szenen ab: Die Häftlinge wurden von der SS unbarmherzig vorangetrieben. Unzählige starben an Entkräftung oder wurden - erschöpft liegen geblieben - von den Wachleuten erschlagen oder erschossen.

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